Informationen zur Kommunalwahl in Dorfen

Im Dorfner Stadtrat sind derzeit 1 Stadträtin und 2 Stadträte von der Grün-Alternativen Liste „GAL“ vertreten --> Hier finden Sie Informationen zu den Stadträt*innen

Das ist die offene, grüne Liste für Dorfen. --> Hier ist eine kleine Auswahl der GAL-Anträge im Stadtrat und der grünen Politik in Dorfen

Das sind die ersten 8 Listenkandidaten für die Kommunalwahl am 15. März 2020

Manfred Groh, Susanne Streibl, Ursula Frank-Mayer, Andreas Hartl, Tiziana Duphorn, Sebastian Emehrer, Gerald Forstmaier.

Hier stellen sich unsere 24 Kandidatinnen und Kandidaten vor (Flyer öffnet sich als pdf)

Link zur Facebook-Seite: www.facebook.com/gruene.dorfen

Link zur Instagram-Seite von Sebastian: www.instagram.com/sebastianemehrer_gal

Unsere Positionen ausführlich erklärt

Klimaschutz ist nicht alles – aber ohne Klimaschutz ist alles nichts

Der menschengemachte Klimawandel ist Fakt. Zweifler ignorieren physikalische Gesetze oder verfolgen eigene Vorteile auf Kosten der Zukunft unserer nachfolgenden Generationen. Die Dramatik der weltweit beobachteten Veränderungen in den letzten Jahren übertrifft alle Befürchtungen der pessimistischsten Klimaszenarien und mahnt uns, nun endlich angemessen zu handeln.

Man muss es leider so klar formulieren: Die Existenz der Menschheit und der Welt wie wir sie kennen steht auf dem Spiel und die nächsten sechs Jahre werden entscheiden, ob wir dieses Spiel gewinnen oder verlieren. Denn ausschlaggebend ist nicht, ob wir im Jahre 2050 klimaneutral sind, sondern einzig und alleine welche Gesamtmenge an Treibhausgasen wir bis dahin noch in der Atmosphäre entsorgen. Beim aktuellen CO2 Ausstoß werden wir in weniger als zehn Jahren unser Budget aufgebraucht haben. Daher freuen wir uns immer noch sehr über den Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2012, Dorfen bis zum Jahr 2035 zu 100% aus regional erzeugten erneuerbaren Energien zu versorgen.

Und das Gute ist: Wir wissen, was zu tun ist, die notwendigen Lösungen stehen bereit:

100% Erneuerbarer Strom

Bei steigendem Strombedarf durch Elektrifizierung der Industrie, der Gebäudeenergieversorgung und der Mobilität kommt der Stromerzeugung eine zentrale Rolle zu. Die Erzeugung muss in den nächsten Jahren auf 100% erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Allen voran durch den Einsatz der Photovoltaik.

Daher werden wir für einen schnellen Ausbau der Photovoltaik in allen Formen sorgen. Von unkompliziert zu errichtenden Kleinstanlagen („Balkonmodulen“) über Anlagen auf Gebäudedächern, Anlagen zur Überdachung von Nutzflächen wie z.B. Parkplätzen bis zur Errichtung von größeren Freiflächenanlagen. Letztere bieten die Chance, kostengünstig und einfach große Leistungen zu installieren. Die Flächen entlang der A94 bieten dafür in Dorfen sehr gute Möglichkeiten.

Alle kommunalen Gebäude und Einrichtungen sind mit PV-Aufdachanlagen auszustatten und der Strombezug auf Grünstrom umzustellen.

Die Akzeptanz größerer Anlagen muss sichergestellt werden. Die Beteiligung unserer Bürger*innen über Mieterstrommodelle und Bürgerenergiegenossenschaften sollte dabei ebenso eine wichtige Rolle spielen wie eine möglichst regionale Wertschöpfung.

Unter der derzeit in Bayern gültigen 10-H-Abstandsregelung scheint eine Errichtung von Windkraftanlagen im Dorfner Gemeindegebiet leider sehr unwahrscheinlich. Trotzdem wollen wir entsprechende Möglichkeiten in der Bauleitplanung eruieren und Chancen nutzen bzw. uns für die Zukunft rüsten.

Wir wollen die Stadtwerke Dorfen als entscheidenden Treiber der Energiewende unterstützen und fordern mittelfristig eine ausschließliche Beschaffung von Grünstrom für die von den Stadtwerken Dorfen versorgten Einrichtungen und Kunden. Im Bereich der Bioenergienutzung fordern wir den verstärkten Einsatz von Rest- und Abfallstoffen sowie die Nutzung von Pflanzen (wie z.B. Durchwachsene Silphie), die deutlich umweltschonender anzubauen sind als Mais.

100% Erneuerbare Wärme

Zumeist unterschätzt, stellt der Gebäudewärmebereich ein riesiges Einsparpotenzial dar. In Dorfen entfällt auf den Bereich der Wärmeversorgung rund die Hälfte des Energiebedarfs. Wir werden daher die Auslegung neuer Baugebiete konsequent auf maximal möglichen Klimaschutz hin optimieren und Sanierungen mit deutlichen Verbesserungen der Wärmedämmung anreizen. Der verbleibende Wärmebedarf soll zu 100% erneuerbar gedeckt werden. Der weitere Ausbau des Nahwärmenetzes spielt dabei eine zentrale Rolle.

Darüber hinaus setzen wir uns für eine ausführliche und kostenlose Energieberatung für private Bauherren und Sanierungen ein.

100% Klimaneutrale Mobilität

Um die Treibhausgasemissionen des Mobilitätssektors zu reduzieren, wollen wir bei der zukünftigen Stadtplanung besonderes Augenmerk auf kurze Wege legen. Neben der unten erläuterten Förderung des Fahrradverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs drängen wir auf eine zügige Umstellung auf Elektromobilität im PKW-Bereich. Neben dem Klimaschutz wird eine entsprechende Umstellung der Mobilität viele weitere erstrebenswerte Nebeneffekte haben: positive Auswirkungen auf den Flächenverbrauch, das Stadtbild, die Schadstoff- und Lärmbelastung sowie die Gesundheit der Dorfner Bürgerinnen und Bürger.

Eines ist in den nächsten Jahren entscheidend: Diskussionen, welche Lösung die beste ist oder wer welchen Beitrag zu leisten hat, werden die wenige verbleibende Zeit auffressen und wir werden den Kampf gegen den Klimawandel endgültig und unwiderruflich verlieren. Wir müssen nun alle uns zur Verfügung stehenden Register gleichzeitig ziehen, um die Treibhausgasemissionen schnell genug verringern zu können.

Um diese Herkulesaufgabe zu stemmen, werden wir eine/n Klimaschutzmanager/in einstellen, der/die alle Klimaschutzmaßnahmen in Dorfen optimieren, professionell koordinieren und deren Fortschritt überwachen soll. Angesichts der drohenden Folgen des Klimawandels haben wir keine Wahl, ob wir Klimaschutz betreiben wollen. Aber Sie haben am 15.3. die Wahl: Geben Sie Ihre Stimmen der GAL um die nötige Veränderung mutig und unverzüglich anzugehen. Nur so können wir den Wandel steuern anstatt die Klimakatastrophe unkontrollierbar und unumkehrbar über uns hereinbrechen zu lassen.

Dorfen wird sich weiter entwickeln und wir wollen mitgestalten!

Als Ziel für die maximale Entwicklung der Einwohnerzahl hat sich der Stadtrat auf 1,4% Wachstum pro Jahr geeinigt. Das erscheint auf den ersten Blick als nicht viel, bedeutet aber, dass Dorfen im Jahr 2030 ca.17 000 EinwohnerInnen haben wird. Die bereits hier lebenden Menschen und die, die neu zu uns kommen, brauchen bezahlbaren Wohnraum und eine nachhaltige Infrastruktur.

Wir GAL setzen uns ein für eine „Stadt der kurzen Wege“, Kindertagestätten, Kindergärten und Schulen sollen möglichst zentral und auf gut ausgebauten und sicheren Fuß- und Radwegen erreichbar sein; genauso wie Geschäfte, medizinische Einrichtungen und Freizeitangebote.

Bei Neubauten gilt für uns: Flächensparendes Bauen nach dem bestmöglichen ökologischen Standard. Für Mehrfamilienhäuser wollen wir neue Wohnkonzepte, generationsübergreifende und gemeinschaftliche Wohnformen, barrierefrei und klimaneutral!

Für Geflüchtete und Menschen mit sozialen Problemen oder gesundheitlichen Einschränkungen wollen wir einen gleichberechtigten Platz in der Stadtgesellschaft schaffen. Inklusion ist auch eine städteplanerische Aufgabe.

Nach dem Prinzip: Innenentwicklung vor Außenentwicklung wollen wir die Auslagerung des Bauhofs vorantreiben und an dieser zentrumsnahen Stelle ein neues Quartier auf städtischen Grund entwickeln. Dafür braucht es ein städtebauliches Konzept, nach den Kriterien der Nachhaltigkeit, der Generationengerechtigkeit und der sozialen Durchmischung.

Kommunale Grundstücke sollen für mietpreisgebunden, sozialen und genossenschaftlichen Wohnungsbau verwendet werden, wir wollen bezahlbaren Wohnraum für unsere Dorfner Bürgerinnen und Bürger schaffen. Dorfen soll sich an den Möglichkeiten des „Kommunalen Wohnraumförderungs-Programm“ beteiligen und in sozialen Mietwohnungsbau investieren.

Um einen ständig fortschreitenden Flächenverbrauch einzudämmen, ist für uns eine Überdachung von Parkflächen, z.B. auf der Galgenwiese, vorstellbar. Da gibt es noch viel Gestaltungsspielraum, man könnte ein zusätzliches Parkdeck oder sogar Wohnungen bauen.

Wir brauchen endlich ein vernünftiges Sportflächenkonzept für Dorfen! Der TSV fordert seit Jahren weitere Trainings und Fußball-Plätze, auch andere Sportvereine wollen sich erweitern, das Schwimmbad ist sanierungsbedürftig. Die Dorfnerinnen und Dorfner wünschen sich ein Hallenbad, das auch für den Schulsport sehr wichtig wäre! Nicht übereilte Beschlüsse (Juni 2018) lösen diese Probleme, sondern eine sorgfältige Bestandsaufnahme, eine durchdachte und vorausschauende Planung und eine baldige Realisierung!

Unser stadtnahes, familienfreundliches Schwimmbad, das von den Schulen fußläufig erreichbar ist, wollen wir am jetzigen Standort erhalten. Die schattige Liegewiese stellt eine städtische Grünfläche dar und ist ein Ort der Begegnung und Erholung. Diese baumbestandene und unversiegelte Fläche sorgt für eine höhere Lebensqualität und für einen klimatischen Ausgleich bei großer Hitze.

Da das Schwimmbad nur an einer Seite an eine Wohnbebauung angrenzt, könnte mit einem intelligenten Lärmschutz z.B. einer begrünten Lärmschutzwand, den Belästigungen und Beschwerden der Nachbar Abhilfe geschaffen werden.

Erhalten, Sanieren und Erweitern des bestehenden Freibads, dafür werden wir uns einsetzen!

Der schon lang herbeigesehnte Naturbadeweiher könnte das Schwimmbad entlasten und einen naturverbundenen Badespaß ermöglichen. Möglichst nahe bei der Stadt, angebunden mit einem sicheren und barrierefreien Fuß -und Radweg, das ist unser Traum, der hoffentlich bald Wirklichkeit wird!

Mit seinen heimatkulturellen Vereinen, dem Kulturzentrum im Jakobmayer, seinen Märkten und Festen, dem Kino, Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene sowie einem international-bunten gastronomischen Spektrum steht Dorfen für ein ansprechendes und vielfältiges kulturelles Angebot, das unbedingt zu erhalten und auszubauen ist. Denn es gibt nichts Gutes, das man nicht noch besser machen könnte – z.B. durch Angebote der außerschulischen Bildung für alle Altersgruppen. Die von der Stadt Dorfen mitfinanzierte und -getragene Landkreis-Volkshochschule entwickelt ein beeindruckendes Angebot quer durch alle Wissens- und Interessensgebiete … in Erding. In Dorfen ist sie hingegen ausschließlich mit ein paar Sprach- und Fitnessangeboten präsent. Die VertrerInnen Dorfens in den Gremien der VHS sollten sich dafür einsetzen, mehr allgemeinbildende Angebote, kulturelle, berufliche und Umwelt-Bildung nach Dorfen zu holen.

Es ist großartig, dass es in Dorfen eine von Ehrenamtlichen getragene Pfarr- und Stadtbibliothek gibt. Die ehrenamtliche Leitung bringt es aber mit sich, dass die Öffnungszeiten für viele Menschen kaum nutzbar sind. Eine Stadt der Größenordnung Dorfen verdient eine Bibliothek, bei der die Ehrenamtlichen von einer professionellen Bibliothekskraft zumindest unterstützt werden und ein kalkulierbarer Etat für einen zeitgemäßen Medienbestand aus Büchern, Tonträgern, Spielen und mehr verfügbar ist – analog und digital. Eine Verzahnung von VHS- und Bibliotheksangeboten würde ein zeitgemäßes außerschulisches Bildungsangebot für alle Altersklassen ermöglichen.

Die Dorfener Flüchtlingshilfe, Stadtverwaltung, Kirchen und die Mehrzahl der Dorfner Bürgerinnen und Bürger haben sich in vorbildlicher Weise für die Unterstützung der seit 2015 nach Dorfen gekommenen Geflüchteten gekümmert. Ihre Aufnahme in der Stadt erfolgte im Wesentlichen unproblematisch, mit Respekt und Toleranz. Dennoch ist ihre Integration eine Herausforderung für die ganze Stadtgesellschaft, die umso besser gelingen kann, je mehr man die Hürden für die Teilhabe am Alltagsleben senkt. Deshalb fordern wir eine regelmäßige und sichere Busverbindung zu den Flüchtlingsunterkünften (insbes. in Lindum) und einen markierten Radweg an der Strecke Lindum – Dorfen.

Darüber hinaus sind Sprachkenntnis und Bildung die Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Daher unterstützen wir die professionellen Bemühungen des DZIF (Dorfner Zentrum für Integration und Familie) für ein qualifiziertes Sprach-, Orientierungs- und Integrationsangebot.

„Dorfen ist bunt“ und soll es bleiben! Die GAL wird sich rechtspopulistischen, völkisch-nationalistischen, rassistischen, antisemitischen und geschichtsverfälschenden Tendenzen in Politik und Gesellschaft engagiert entgegenstellen und Initiativen, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur fördern (wie „Dorfen ist bunt“), unterstützen.

Ehre, wem Ehre gebührt! In diesem Sinne begrüßen wir sehr die Benennung zweier Straßen nach Widerstandsleistenden gegen den Nationalsozialismus, Sophie Scholl und Karl Wastl.

Ob hingegen die Ehrung durch eine Straßenbenennung für den Autor Josef Martin Bauer oder die Goldschmiede Hermann und Franz Wandinger noch angemessen ist, muss nach jüngeren Veröffentlichungen, die ihre aktiv unterstützende Rolle im Nationalsozialismus belegen, bezweifelt werden. Wir fordern die Überprüfung dieser Straßenwidmungen durch unabhängige Historiker.

Um die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen, muss sich unser Mobilitätsverhalten drastisch ändern. Der Umstieg auf Alternativen jenseits des eigenen Autos ist unser klares Ziel für eine gesunde Umwelt, weniger Lärm und mehr Lebensqualität in Dorfen.

Dafür braucht es ein besseres und attraktiveres Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel, eine sichere und komfortable Infrastruktur für Fahrräder – dazu gehören in wachsendem Maße auch Pedelecs, E-Bikes und Lastenräder – und eine fußgängerfreundliche Gestaltung unserer Straßen, Plätze und Wege.

Aufs Rad setzen

Auf Antrag der GAL-Fraktion ist die Stadt Dorfen der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) beigetreten. Dadurch hat das Thema Fahrrad in Dorfen endlich einen höheren Stellenwert erhalten. Ein Radverkehrskonzept wird nun erarbeitet, und in der Stadtverwaltung wird ein/e Radverkehrsbeauftragte/r die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen begleiten.

Unser Vorschlagskatalog für die Radverkehrsförderung enthält folgende konkrete Punkte:

- innerstädtische Radrouten optimieren, Gefahrenstellen entschärfen

- Radwege in die umliegenden Dörfer schaffen

- alle Einbahnstraßen für Fahrräder öffnen, auch rund um den Unteren Markt

- Lastenfahrräder fördern - mehr und bessere Fahrradstellplätze (auch überdachte) im öffentlichen Raum schaffen

- Radschnellweg nach Erding ausweisen

Zu mehr Attraktivität und Sicherheit des Radverkehrs gehört auch die generelle Einführung von Tempo 30 innerorts. Dies käme besonders auch dem Fußgängerverkehr zugute sowie den Menschen, die an den Straßen wohnen.

Busse im dichten Takt

Der öffentliche Busverkehr in Dorfen stellt in seiner derzeitigen Form keine wirkliche Alternative zum Individualverkehr dar und muss dringend verbessert werden.

Der Fahrplantakt des Stadtbusses sollte auf die Tagesrandzeiten (5 Uhr bis Mitternacht) ausgeweitet und das Streckennetz in die äußeren Ortsteile verlängert werden.

Die Buslinien von Dorfen nach Erding und Taufkirchen müssen dringend verstärkt werden. Nur wenn der Bus mindestens im Stundentakt und auch abends und am Wochenende fährt, ist das Angebot attraktiv.

Die Bushaltestellen in Dorfen sind unwirtlich. Sie könnten wesentlich fahrgastfreundlicher werden, wenn man sie mit Überdachungen, Sitzgelegenheiten und kundenfreundlichen Fahrplan-Infos ausstatten würde.

Bahn und Bahnhofsumfeld aufwerten

Die Bahnverbindung von Dorfen nach München und Mühldorf ist ein zentrales Element für die Mobilität der Dorfener Bevölkerung. Wir sprechen uns für den Bahnausbau der Strecke München - Mühldorf mit einem wirksamen Lärmschutz aus und unterstützen die alternative Planung des Büros Vieregg. Die Aufnahme der Bahnstrecke Dorfen - Markt Schwaben in den MVV-Tarif halten wir für erstrebenswert.

Nachdem das Bahnhofsgebäude bedauerlicherweise nicht von der Stadt Dorfen erworben wurde, muss wenigstens das Bahnhofsumfeld so gestaltet werden, dass es einigermaßen einladend wirkt. Der Bahnhofsvorplatz muss verkehrsberuhigt werden, damit Radler*innen und Fußgänger*innen ihn ungefährdet überqueren können.

Die Autobahn A94 zeigt seit ihrer Eröffnung, wie sehr der dort erzeugte Lärm die Anwohner*innen und ganz Dorfen belastet. B'90/Die Grünen haben als einzige Partei auf Landes- und Bundesebene konsequent gegen die Isentaltrasse gekämpft – leider vergebens. Drum müssen wir jetzt mit diesem verkehrspolitischen Irrsinn leben und fordern wenigstens einen zusätzlichen Lärmschutz sowie ein Tempolimit von 60km/h für LKW und 100 für PKW auf der Autobahn.

Leider sind die kleinen Bäche und die Isen in keinem guten Zustand. Durch Sediment- und Schadstoffeinschwemmung aus der Landwirtschaft und Abwassereinleitung aus Straßen, dem Kanalnetz und der Kläranlage ist das für alle im Wasser lebenden Tiere lebensnotwendige Kieslückensystem am Bachgrund weitgehend zerstört. Deshalb sind viele Fischarten, Muscheln und Krebse schon verschwunden oder akut vom Aussterben bedroht. Auch zahlreiche Vogel- und Säugetierarten, z. B. Eisvogel, Wasseramsel, Zwergdommel, und Wasserspitzmaus, die von der in einem ökologisch gesunden Bach produzierten Biomasse leben, sind dadurch unmittelbar bedroht. Die Schaffung möglichst breiter Gewässerschutzstreifen für jeden Graben und Bach, die Optimierung der Abwasserentsorgung durch den Bau einer neuen Kläranlage und ausreichende Absetzbecken für Straßenabwässer sind notwendig, um wieder saubere Bäche voller Leben als Lebens- und Erlebnisraum unserer Heimat zu schaffen. Dazu gehört auch eine ausreichende Frischwasserversorgung für den Isenflutkanal, um den tausendfachen Tod von Wasserleben bei Mischwasserentlastung aus dem Kanalnetz zu verhindern. Dazu gehört leider auch die konsequente Verfolgung von Verstößen gegen die Pflicht zur Einhaltung von Gewässerschutzstreifen. Denn Uferschutzstreifen schützen nicht nur vor der problematischen Belastung unserer Bäche und Flüsse durch Nitrat, Pestizide und Herbizide, sondern auch das Grundwasser als unverzichtbare Trinkwasserquelle vor Verunreinigung.

Gott sei Dank gibt es aber auch zahlreiche Bauern, denen Nachhaltigkeit im Umgang mit der Umwelt ein Anliegen ist. Dies sind nicht nur die Biobauern, denen unser besonderer Respekt und Dank gilt, sondern auch Landwirte, denen der Umstieg auf Grund fehlender Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen, aber auch gegen die Macht der Lebensmittel- und Agrarkonzerne noch nicht möglich ist.

Der ausschließliche Kauf von regional umwelt- und tierwohlgerecht erzeugten Lebensmitteln in allen Einrichtungen der Stadt soll diesen Landwirten eine Abnahme der so erzeugten Produkte zu angemessenen Preisen zusätzlich sichern. Die dadurch entstehenden Verpflegungsmehrkosten sind ein zumutbarer Beitrag zum Schutz unserer Umwelt.

Die Stadt soll auskömmliche Pachtverträge für den städtischen Grundbesitz schließen, damit auf diesen Flächen wieder Blumenwiesen als Zeugnis für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt entstehen können. Dazu gehört auch der weitgehende Verzicht von Herbiziden und Pestiziden.

Leider erhalten immer wieder diese Gifte durch massiven Einfluss der Chemie- und Agrarkonzerne eine Zulassung, die dann beim Eintreten von Schäden an Menschen und Umwelt widerrufen werden muss. Die Liste dieser Gifte, die auch nach ihrem Verbot noch über Jahrzehnte unsere Gesundheit und die Umwelt gefährden, ist lang. Die Anwendung z. B. des Herbizides Atrazin, vor allem im Maisanbau eingesetzt, wurde zwar vor 30 Jahren endlich verboten, es findet sich aber immer noch im Grundwasser und muss mit hohem Kostenaufwand zum Schutz der Menschen auf Kosten der Verbraucher aus dem Trinkwasser entfernt werden. Oft werden dann nicht die Verantwortlichen in den Agrarkonzernen, sondern die Bauern, welche diese Gifte gutgläubig anwenden, für die fatalen Folgen moralisch verantwortlich gemacht.

Auch öffentliche Park- und Grünflächen sind zum Schutz von Wildblumen, Insekten und Amphibien nur mehr naturnah ohne Kunstdünger und Pestizide zu pflegen. Auch hier können durch geeignete Saatgutmischung Blumenwiesen entstehen, die Insekten vom Frühjahr bis zum Herbst Nahrung und Lebensraum bieten. Diese Flächen sollen genauso wie Straßenböschungen nur mehr einmal jährlich gemäht werden. Lediglich Sport- und Spielflächen sind im erforderlichen Abstand zu mähen. Dies spart nicht nur Kosten, sondern entspricht auch der im neuen Naturschutzgesetz verankerten Verantwortung gerade der Gemeinden für den Schutz unserer Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt.

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