Solidarität mit der Ukraine - Demo in Erding

Grüne Jugend und andere Jugendorganisationen der demokratischen Parteien versichern der Ukraine Beistand im Krieg gegen Russland.

27.02.22 –

Am Faschingswochenende war vielen angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht nach Feiern zumute. 300 bis 400 Demonstrant*innen versammelten sich am Sonntag Nachmittag nach dem Aufruf der Grünen Jugend Erding sowie der Jusos, der Jungen Union, der Julis, der Volt-Partei und der Linken auf dem Erdinger Schrannenplatz um für Frieden zu demonstrieren. Auch OB Gotz war anwesend und sprach deutliche Worte zu den abwesenden "Spaziergänger*innen", für die Frieden und Freiheit angeblich so wahnsinnig wichtig zu sein schien.

 Die Rede von Hauptorganisatorin Laetitia Wegmann können Sie hier nachlesen:

"Здравствуйте
Я за україну!
Я за Київ!

Ich stehe mit der Ukraine! Ich stehe mit Kiew!
Ich stehe hier und weiß nicht was ich sagen soll. Die Geschichten der getrennten Familien, der vielen Todesopfer lassen mich nicht mehr los. Das Leid in der Ukraine ist nicht in Worte zu fassen. Wir dürfen die Ukraine nicht im Stich lassen. Deshalb stehen wir hier zusammen, für die Ukraine! Ich möchte hier nicht über meine Gefühle bezüglich der prekären Lage sprechen. Dazu fehlt mir jegliches Recht. Denn ich kann hier stehen, ohne die Angst jeden Moment zu sterben, während gerade mal 1.700km von uns entfernt, Menschen für den Erhalt von Demokratie und Freiheit kämpfen. Putin führt einen Krieg gegen die Demokratie und die Freiheit. Für diesen zahlt die Ukraine einen zu hohen Preis. Putin bricht internationales Recht und muss dafür zur Verantwortung gezogen werden. Er ist ein Verbrecher, der für das vergießen von unschuldigem Blut verantwortlich ist! Meine tiefste Anerkennung gehört denen, die in der Ukraine bleiben um ihr Land, ihre Freiheit und ihr Leben zu verteidigen.
Es gibt jetzt mehrere Optionen, wie ihr aktiv werden könnt und ihr helfen könnt. Wer spenden kann, kann dies über das Spendenkonto der Aktion Deutschland Hilft. Die Nummer des Spendenkontos lautet: DE53 200 400 600 200 400 600. Ich wiederhole: DE53 200 400 600 200 400 600 mit dem Stichwort ARD/Nothilfe Ukraine. Wenn jemand Ukrainisch spricht und dolmetschen kann, meldet euch über Whatsapp bei der Flüchtlingshilfe Erding, mit eurem Namen, Telefonnummer und der zeitlichen Verfügbarkeit. Die Nummer lautet 0173-7213817, nochmal 0173-7213817. Wer Geflohene bei sich aufnehmen kann, kann sich beim elinor.network registrieren.
Ich möchte meine Stimme auch dafür nutzen, die Politiker*innen der demokratischen Länder weiter zu ermutigen scharfe Sanktionen gegen Putin und seine Unterstützer zu verhängen. Profit darf nicht über Menschenleben stehen! Auch hier können wir alle, aktiv etwas tun, in dem wir unseren Abgeordneten schreiben. Der Abgeordnete im Bundestag für Erding-Ebersberg ist Dr. Andreas Lenz.
Meine Gedanken, mein Mitgefühl gehört den Ukrainer*innen! Sie haben schon so viel verloren und geben trotzdem nicht auf. Ich wünsche ihnen Kraft, Stärke und so schnell wie möglich wieder Frieden!

Я за україну!
Я за Київ!"

Auch der Co-Vorsitzende der Erdinger GJ, Konrad Thees hielt unter großem Beifall eine bewegende Rede: 

"Wir alle müssen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf das Schärfste verurteilen! Wir sind Zeug*innen eines eklatanten Bruchs des Völkerrechts mitten in Europa. Wir stehen fest an der Seite der Ukraine und ihrer Menschen. Es lebe die ukrainische Demokratie, es lebe die Rechtsstaatlichkeit. Doch es bringt nichts, diese Worte auszusprechen, wenn nicht massive Taten folgen. Putins Krieg gegen die Ukraine ist ein Angriff auf die Fundamente des internationalen Rechts. Auf Frieden, Demokratie und Freiheit in Europa. Er attackiert die internationale Sicherheitsordnung, das internationale Recht und die europäische Friedensordnung. Es braucht eine weltweite Antwort.

Zu dieser Antwort gehört für mich erstens die Ausweisung von russischen Diplomat*innen. Zweitens das Einfrieren des Vermögens von Putin und allen seinen Schergen im Ausland. Drittens der sofortige Abbruch von jeglichen Zahlungen an die russische Diktatur.

 

Ehrlich, das kann man selten in so einer Härte sagen, aber ich glaube, aktuell muss es das Ziel sein, der russischen Regierung zu sagen: „Wir werden mit aller Kraft gegen euch vorgehen, und es wird verdammt hart werden für euch! Ihr seid keine Freund*innen keine Partner*innen. Ihr seid die schlimmste Seite der Menschen und werdet zu Rechenschaft gezogen für euren menschenfeindlichen Angriffskrieg. Die Ukraine möchte ein Teil Europas sein, sie ist es auch! Der Menschenhasser Putin möchte ein großrussisches Reich zurück. Deutschland, die EU und die NATO müssen maximalen nichtmilitärischen Druck ausüben. Ich möchte gerne noch einen wichtigen Punkt machen. Anlässlich des russischen Angriffskrieges reden nun viele über die steigenden Gaspreise in Deutschland, und ich verstehe die Sorgen der Menschen, die knapp bei Kasse sind, wirklich! Doch wir müssen uns eines bewusst sein: Es gibt keine kostenlose Solidarität! Wir sind gefragt, als Europäerinnen und Europäer, wir müssen jetzt Menschlichkeit und Solidarität zeigen, unbedingt! Geflüchtete müssen aufgenommen werden und bei Bedarf unbedingt auch bei uns in Erding! Wir stehen in der Pflicht, die Ukraine zu unterstützen, und den Ukrainerinnen und Ukrainern einen sicheren Zufluchtsort zu gewähren.  Stand with Ukraine.

Die russische Führung unter dem blutigen faschistischen Diktator Wladimir Putin hat diesen Angriffskrieg gestartet hat den Atomwaffensperrvertrag gebrochen, indem sie in die Ukraine einmarschiert ist, und das ist ein unfassbarer und ekelhafter Menschenrechtsbruch.

Jetzt ist die Frage: „Wie gehen wir als Erdinger*innen damit um?“ Man darf nicht nur Lippenbekenntnisse wie diese dahinsagen und dann nach Hause gehen, wir müssen Druck auf die Politik machen und unseren Abgeordneten schreiben, Andreas Lenz schreiben und in der Zivilgesellschaft aktiv bleiben.

Es ist verdammt gut, dass die Bundesregierungen jetzt endlich Waffenlieferungen zulässt und selbst veranlasst. Und auch die eingeschränkten Einschränkungen von SWIFT sind gut, und wenn es erforderlich ist, dann muss auch ein vollständiger Ausschluss der Russischen Föderation aus dem SWIFT-Abkommen verabschiedet werden.
Putins Agieren zielt auf eine neue Weltordnung, in der nicht das Recht, sondern die Gewalt regiert. Es ist ein Angriff auf Freiheit und Demokratie in der Ukraine und darüber hinaus. Dem werden wir klar entgegentreten. Es lebe die Ukraine.

Letztendlich möchte ich noch ein persönliches Beispiel äußern. Ich habe eine Freundin in den USA, ihren Namen möchte ich ganz bewusst nicht nennen. Sie kommt aus Russland und hat 2 Brüder dort. Der eine hat sich der Zwangseinziehung durch das Militär widersetzt und wurde sofort verhaftet. Niemand weiß, ob er schon tot ist, ob er gefoltert wird, ob er jemals wieder aus dem Gefängnis kommt. Der andere Bruder hat in Sankt Petersburg gegen den Krieg demonstriert und ihn ereilte das gleiche Schicksal. Die russische Bevölkerung will diesen Krieg nicht. "

Wer helfen möchte, kann sich auch direkt an die Flüchtlingshilfe Erding wenden: fluechtlingshilfe-erding.org

(Annett Burgarth, 27.02.2022)

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