Wohnbaulandmodell: Isener Gemeinderat vergibt Chance auf Förderung des Ehrenamts

14.04.21 –

Der Marktgemeinderat Isen hat in seiner gestrigen Sitzung über die Kriterien des neuen Wohnbaulandmodells (früher Einheimischenmodell) entschieden.Wie allgemein bekannt, werden in den nächsten Jahren nicht wenige Grundstücke, u.a. in Pemmering und am Ranischberg baureif und können von der Gemeinde vergünstigt abgegeben werden.

Dazu muss der Marktgemeinderat Kriterien festlegen. Diese wurde in der Sitzung des Marktgemeinderats am 13.4. beschlossen. Begünstigt werden nach einem Kriterienkatalog Menschen, die die Einkommens- und Vermögensgrenzen unterschreiten, Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit haben, die Anzahl der Kinder spielt eine Rolle und die Dauer der Ansässigkeit am Wohnort.

Die Vorlage des Kriterienkatalogs kann man hier nachlesen: https://buergerinfo.isen.de/to0040.php?__ksinr=1408, das Protokoll mit den endgültigen Beschlüssen der Sitzung nach Freigabe auch.

Besonders wichtig war mir, dass nicht nur das Wohnen am Ort eine wichtige Rolle spielt. Sondern auch das Arbeiten. So wurden die zu vergebenden Punkte für Menschen, die schon im Ort arbeiten, auf meine Anregung wesentlich angehoben, so dass Menschen, die bisher nicht in Isen wohnen, aber hier arbeiten, eine bessere Chance erhalten, hier ein Grundstück zu bekommen und so künftig kürzere Wege zur Arbeit haben.

Am längsten und engagiertesten diskutiert wurde die Frage nach der Berücksichtigung des Ehrenamts bei den Kriterien. Das heisst die Frage, auf welche Art diejenigen, die unser Gemeinwesen mit ihrem Einsatz tragen und lebendig machen und erhalten, bei der Vergabe von vergünstigtem Wohnland bepunktet werden.

Die Herausforderung ist nicht klein. Die Vereine sind so vielfältig. Die Ehrenämter in den Vereinen sind so vielfältig. Manchmal arbeitet jemand, der gar kein Amt hat, mehr, als die ins Amt Gewählte. Oft ist es schwierig, überhaupt zu sehen, wieviel Arbeit jemand in sein Amt steckt, weil so viel Engagement im Verborgenen statt findet.

Ich konnte leider keine Mehrheit davon überzeugen, dass sich die Mühe gelohnt hätte, diese Dinge vergleichbar zu machen. Dass wir - in dem wir darauf verzichten, uns dieser Herausforderung zu stellen- vielen Menschen in diesem Ort die Möglichkeit nehmen, für Ihren Einsatz für die Gemeinschaft, mal einen wirklich greifbaren Vorteil zu bekommen, nämlich Anerkennung in Form von Grundsück bzw leichteren Zugang zum Bauland. Dass wir unsere Sonntagsreden von der Förderung des Ehrenamts mal mit Leben füllen könnten.

Es wurde beschlossen, das Engagement bei der Feuerwehr zu werten (wichtig, aber hinsichtlich der Förderung des Ehrenamts nicht ausreichend), und die Mitgliedschaft bei (bestimmten) Vereinen (meines Erachtens am Thema vorbei und punktemäßig auch sehr geringfügig)

Ich finde der Gemeinderat hat hier eine Chance vertan.

Florian Geiger

 

Kategorie

OV Isen

GRUENE.DE News

<![CDATA[Neues]]>